Guatemala

07.10.2015 – 15.10.2015, 9 Tage, 350 km

13 Mio Einwohner, bevölkerungsreichstes Land Mittelamerikas, flächenmäßig etwas größer als Österreich, Landbrücke zwischen Atlantik und Pazifik, arm. Die Guatemalteken bezeichnen sich bei Umfragen als das glücklichste Volk der Welt. Dennoch will ein Viertel der Bewohner nach USA auswandern, wo bereits zahlreiche Landsleute leben, legal oder illegal.

Ich quere das Land vom Südwesten nach Südosten. Von El Carmen an der mexikanischen Grenze nach Valle Nuevo an der Grenze zu San Salvador. Ich fahre durch das tropische Tiefland bei Malacatàn in das Hochland von Quetzaltenango und Chimaltenango, von der alten Hauptstadt Antigua in die Metropole Guatemala-Stadt, durch den hügeligen Südosten des Departements Santa Rosa. Das Landesinnere ist unerwartet gebirgig, eine Vulkankette erstreckt sich entlang meiner Route.

Zu den 350  mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometern kommen etwa 210 mit „Chicken buses“ zurückgelegte Kilometer. Zu steil und wegen der schmalen Straßen zu gefährlichen waren die Anstiege in die Berge um Quetzaltenango und aus der Caldera des Atitlàn Sees, rasch wollte ich das Teilstück von Barberena zur Grenze von San Savador zurücklegen.

Fahrstrecke:
El Carmen – Malacatàn – Coatepenque (Fahrrad), tropisch heiß,  hügelig, erst leicht abfallend, dann lang ansteigend.

Coatepenque – Quetzaltenango (Autobus), 80 km stark steigend, 20 km stark fallend, vom tropisch heißen Küstenland in das kalte Bergland.

Quetzaltenango – Sololà – Panajachel am Atitlàn See (Fahrrad). Durchgehend bergig. Langer und steiler Anstieg bei Quetzaltenango zum Bergübergang „Alasca“, steile Abfahrt durch Sololà nach Panajachel.Guatemala_01

Panajachel – Chimaltenango (Autobus), 60 km, extrem steiler Anstieg von Panajachel am Atitlàn See zur Interamericana,  hügelig bis Chimaltenango

Chimaltenango – Antigua – Guatemala Stadt – Barberena (Fahrrad), hügelig mit langen Abfahrten und ebenso langen Anstiegen, schmutzig und verkehrsreich die Metropole.

Barberena – Jalpatagua (Autobus), 40 km, hügelig.

Jalpatagua – Valle Nuevo (Fahrrad), flach bzw. hügelig.

Streckenprofil:
Vereinzelt ein Flachstück, meist hügelig, fallweise extrem lange und steile Anstiege.

Wetter:
Noch ist die Regenzeit nicht vorbei. Dauert in der Region, in der ich fahre, üblicherweise von April bis Oktober. Schramme haarscharf an einigen Regenschauern vorbei, werde allerdings nie nass.

Sicherheit:
Ich beachte hinsichtlich Kriminalität die üblichen Sicherheitshinweise. Die Touristenzentren sind „sicher“, die ländlichen Gebiete entlang der Hauptverkehrsstraßen „weitgehend sicher“. Guatemala City ist anders: schmutzig, laut, gefährlich, da bleibe ich nachts im Hotel. Ich benütze als Transportmittel fallweise „Chicken Buses“, auch das gefährlich, wegen der kriminellen Fahrweise der Fahrer. Die Straßen?       Fallweise eng und gefährlich, die Überlandstraßen teils gut ausgebaut mit einem asphaltierten Bankett.

Ich besuche die Touristenhochburgen Quetzaltenango, Panajachel, Atitlàn See, Antigua Guatemala und verbringe eine Nacht in Guatemala-Stadt. Der Besucherstrom in den Touristenzentren hält sich in Grenzen, zahlreiche Hotels sind schwach ausgelastet. Ich radle durch Gegenden und Orte, die seit geraumer Zeit keine Fremden sahen. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit.Guatemala_2

Am Fahrrad wechsle ich den Sattel. Die Bruchstellen des Brooks-Sattels scheinen nicht reparabel. Nun sitze ich wieder auf Plastik.

Guatemala war wegen des hügeligen bzw. bergigen Terrains schwieriger als erwartet zu fahren. Hingegen waren meine Bedenken hinsichtlich Sicherheit überzogen. Nun habe ich die Grenze nach El Salvador überschritten. Ein Land, das ich wegen der hohen Verbrechensrate in meinen Reiserecherchen mit „meiden“ kennzeichnete. Weil ich El Salvador nicht weiträumig umfahren will, muss ich durch. Wie, ob im Bus oder doch auf dem Fahrrad, habe ich noch nicht entschieden.

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