Ecuador

05.12. – 22.12.2015, 18 Tage, 883 km

Ecuador, Land am Äquator, Land der Vulkane. Ich quere das Land auf der Panamericana von Norden nach Südwesten und folge weitgehend den Andenkordilleren. Der größte Teil der Strecke in Höhenlagen von 2500 bis 3500 Meter über dem Meer ist von aktiven bzw. erloschenen Vulkanen gesäumt. Ich radle die „Allee der Vulkane“

Fahrstrecke und Streckenprofil:

Rumichaca – Tulcan – Ibarra – Otavalo – Mitad del Mundo  – Quito – Ambato – Riobamba – Zhud – La Troncal – Machala – Huaquillas.

Die Strecke Rumichaca bis Quito ist geprägt von steilen Anstiegen und Abfahrten. Zwischen Quito und Ambato bleiben die Anstiege lang, aber weniger steil als im Norden. Zwischen Ambato und Zhud wieder sehr steil, ehe ich in die Costa nach La Troncal abdrehe. Im Küstengebiet flach bis mäßig hügelig. Taglich zu überwindende Höhenunterschiede von eintausend Meter sind eher die Regel als die Ausnahme, mehrmals fahre ich in Höhenlagen über 3500 Meter, eingehüllt in dichte und feuchte Wolkendecken.

Am Äquator. La Mitad del Mundo, die Mitte der Welt.

Am Äquator. La Mitad del Mundo, die Mitte der Welt.

Wetter: Wie in Kolumbien ist auch im Hochland von Ecuador die Regenzeit nicht ausgeprägt, doch fällt mehr Regen von November bis April als im Rest des Jahres. Dichte Wolkenfelder stauen sich nahezu täglich an den mächtigen Bergketten. Im Westen an der Cordillera Occidental sind es die vom Pazifik hereinziehenden Wolken. Im Osten an der Zentralkordillere sind es Wolken aus dem Amazonasgebiet. Wenig überraschend, dass fallweise die Wolken über die Bergketten schwappen und Regenschauer mit sich bringen. Wetterprognosen bleiben ungenau und mehr als einmal stoppt mich ein Regenschauer.

Regen in Höhen ab 2500 Meter ist unangenehm kalt. Mit zunehmender Höhe sinken die Tagestemperaturen auf 20 bis 25ºC, ideal zum Radfahren. Nachts nähert sich das Thermometer in 3500 m Höhe gelegentlich dem Gefrierpunkt. Da verwende ich statt der schweren, aber wenig wärmenden Decken in den Hotels lieber meinen kuscheligen Schlafsack.

Ecuador ist kein typisches Radfahrerland, doch wochenends sind viele Leute auf Rennrädern und Mountainbikes unterwegs. Im Zuge eines ambitionierten Straßenbauprogramms werden die Hauptverkehrsstraßen deutlich erweitert und mit einem breiten asphaltierten Seitenstreifen versehen. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass dadurch die Sicherheit für Radfahrer deutlich steigt.

Straßenzustand: Sehr gut im Überlandbereich, schlecht in den Städten. Motorisierte Fahrzeuge werden auf den Hauptverkehrsstraßen bemautet, der Mauterlös offensichtlich für den Bau und die Erhaltung von Straßen verwendet.

Beeindruckend:
– Altstadt von Ibarra, die „Weiße Stadt“
– Markt von Otavalo
– El Mitad del Mundo, das Denkmal am „falschen“ Äquator
– Altstadt von Quito, Weltkulturerbe

Landschaft: Endlose Bergketten und die lange Reihe der Vulkane, vom Chile im Norden über Cotopaxi und Chimborazo im Zentralraum bis zum Sangay im Süden

Highlights:

Quito

Quito zu meinen Füßen, Cotopaxi über meinem Kopf.

Die Fahrt mit der Seilbahn teleferiQo in Quito und die nachfolgende Wanderung zum nicht aktiven Vulkan Rucu Pichincha. Kombinierte Wander- und Radtour am Vulkan Chimborazo, erstmals über 5000 Meter.

Radtour Chimborazo, Start in 4800 Meter, mit Rachel und Jeremy.

Radtour Chimborazo, Start in 4800 Meter, mit Rachel und Jeremy.

Das Essen wohlschmeckend,  das Angebot reichlich, das Preisniveau niedrig, die Menschen extrem freundlich.

Das Fahrrad wird in Quito serviciert, der abgefahrene Reifen am Hinterrad gewechselt

Die 10.000 Kilometermarke ist überschritten, mehr als der Hälfte der dritten Jahresetappe liegt hinter mir. Mal sehen, was – außer längeren Tagen – der nächste Streckenabschnitt bringt.

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