Kolumbien

20.11.2015 – 04.12.2015, 15 Tage, 1.045 km

Panama und Kolumbien haben eine gemeinsame Landgrenze, aber keine Straße verbindet die beiden Länder. Man kann das dschungelartige Gebiet des Darien durchqueren – unter Lebensgefahr. Darien ist das Land der Drogen- und Menschenschmuggler, heute gefährlicher denn jäh. Ich bin zwar alt, aber nicht dumm genug, mein Leben leichsinnig aufs Spiel zu setzen. Daher wähle ich den sicheren Weg nach Kolumbien und fliege mit dem Flugzeug von Panama Pacifico nach Medellin

In Kolumbien radle ich von Medellìn nach Süden Richtung Ecuador und folge weitgehend der Zentralkordillere der Anden.

Fahrstrecke und Streckenprofil:

Rionegro – Medellìn – Manizales – Pereira – Cartago – Tulua – Cali – Popayan – Pasto – Ipiales.

Cartago nach Cali ist weitgehend flach und leicht zu fahren. Die Strecken von Rionegro bis Cartago und Cali bis Ipiales sind bergig. Insbesonders Cali bis Ipiales ist mit viel Gepäck anstrengend zu fahren. Lange Anstiege und steile Abfahrten prägen die Strecke. Zahlreiche Berge und Schluchten muss ich überwinden, um vom 1.000 Meter hoch gelegenen Cali in das 2.800 Meter hoch gelegene Ipiales zu gelangen. Das Steilstück nach Manizales bewältige ich mit einem für diese bergige Umgebung typischen Fahrzeug. Das Fahrrad auf dem Dach eines Jeeps, ich mit 8 anderen Passagieren im Fahrzeuginneren.
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Wetter:
In dieser Region der Anden herrscht keine ausgeprägte Regenzeit, doch fällt mehr Regen von November bis April als im Rest des Jahres. Fallweise stoppen mich kurze Regenschauer, die besonders in Höhen ab 2.500 Meter unangenehm sind. Mit der Höhenlage schwanken die Temperaturen von sehr warm in Medellin bis kühl in Ipiales. Ein kalter Wind machte sich besonders in den höheren Bergregionen um Pasto bemerkbar.News_Kolumbien_2
Kolumbien ist ein Zweiradland. Auf den Straßen zahllose Motorräder, die weniger für private als vielmehr für geschäftliche Zwecke wie Zustelldienste und Personentransporte verwendet werden. Erstaunlich, dass trotz des bergigen Geländes das Fahrrad eine bedeutende Rolle spielt. Zahllos die Radfahrer, die besonders wochenends unterwegs sind.

Ungewohnt freundlich und hilfsbereit die Menschen. Auffallend der hohe Anteil der dunkelhäutigen Bevölkerung. In Puerto Tejada fühle ich mich inmitten schwarzer Gesichter wie in Schwarzafrika.

Straßenzustand: Großteils gut. Was auch darauf zurückzuführen ist, dass mehrspurige Fahrzeuge auf den Hauptverkehrsstraßen bemautet werden. Wo der Straßenzustand schlecht ist, dort ist er kritisch schlecht. Meist haben die Straßen befahrbare Bankette. Nicht jedoch dort, wo ich es als Radfahrer am Dringendsten brauche, in den Bergen und in den Städten.

Neben der Stadt Popayan beeindruckt mich in Kolumbien vor allem die Landschaft. Endlose Bergketten, tiefe Täler. Das Essen wohlschmeckend, das Angebot reichlich, das Preisniveau niedrig, die Menschen extrem freundlich. Kolumbien ist Kaffeeland, mit dem Eje Cafetero, dem Zentrum des Kaffeebohnenanbaus in der Landesmitte.News_Kolumbien_3

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