Peru

News, die keine sind. Weil nunmehr einige Monate vergangen sind, seitdem ich durch Peru radelte. Aber einige Details zur Radtour durch das drittgrößte Land Südamerikas sind doch interessant.

23.12.2015 – 04.02.2016, 44 Tage, 2.400 km

Ich quere das Land im Wesentlichen auf der Panamericana von Norden nach Süden. Etwa zwei Drittel der Strecke fahre ich entlang der Küste, dann wechsle ich in das Hochland zwischen den Andenkordilleren. Das Land entlang der Küste ist trockene Wüste. Im Altiplano in einer Höhe zwischen 2500 m und 4000 m herrscht – jahreszeitlich bedingt – Regenzeit.

Fahrstrecke und Streckenprofil: Tumbes – Mancora – Puira – Chiclayo – Trujillo – Chimbote – Lima – Pisco – Pacaras – Ica – Nasca – Cusco – Puno.

Die Strecke von Tumbes bis Nasca weit im Süden entlang der Küste ist in gelegentlich flach, weitgehend jedoch hügelig. Die westliche Andenkette von Nasca nach Cusco querte ich in einem Autobus. Im Altiplano radelte ich die alte, nach Süden führende Inkastraße und erreichte am Bergpass Abra la Raya in 4300 m Höhe den höchsten Punkt meiner Radtour.

Das Wetterphänomen El Nino beeinflusst gravierend auch das Wetter in Peru. Heftige Winde in Küstennähe und starke Regenfälle im Hochland erschweren das Radfahren. Mehr als 2000 km Gegenwind, der nahe Nasca derart stark wird, dass ich von der Küste ins Inland abdrehe.

Die Straßen sind im Überlandbereich meist in gutem und in den Städten meist in schlechtem Zustand. Befahrbare Bankette begleiten einen Teil der Hauptstraßen und machen Radfahren sicherer. Erschreckend sind allerdings die Stadteinfahrten, die Mülldeponien gleichen. Müll wird in vielen Städten entlang der Straßen entsorgt, sorgt für Fliegenattacken und unerträglichen Gestank.

Bereits am zweiten Tag meines Aufenthalts wird eine Packtasche von meinem Fahrrad gestohlen. Zusammen mit den negativen Erfahrungen meiner Perureise 2009 – damals wurde in Puno meine Kamera entwendet – ist mein Verhältnis zu Peru ambivalent. Zudem wurden auf der Hauptstraße nahe Piura in jüngster Vergangenheit mehrere Radfahrer ausgeraubt. Ich betrachte Peru als ein Land von (Klein-) Kriminellen, mit zu Recht bestehenden Reisewarnungen für mehrere Landesteile.

Beeindruckend einzelne Städte wie Trujillo, Chimbote, La Paz und Cusco. Sehenswert das Museum von Lambayette, die Altstadt von La Paz, das Naturparadies Islas de Ballestas nahe Paracas, die Inkaruinen von Machu Picchu und die schwimmenden Städte auf dem Titicacasee.

Das Essen wohlschmeckend, das Angebot reichlich, das Preisniveau niedrig, die Menschen nicht unfreundlich, aber weniger freundlich als in Kolumbien und Ecuador.

Probleme am Hinterrad des Fahrrads werden in einer Einmannwerkstätte in Lima durch einen Felgenwechsel behoben.

In der Zwischenzeit bin ich bereits in Chile und Peru liegt weit hinter mir.

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