Bolivien

Auch heute Neuigkeiten, die nicht wirklich aktuell sind. Weil etwa ein Monat vergangen ist, seitdem ich Bolivien verlassen habe und ich jetzt bereits in Chile radle. Aber einige Details zur Tour sind doch erwähnenswert.

05.02. – 25.02.2016, 21 Tage, 800 km

Ich quere das Land von Peru im Norden nach Argentinien im Süden, radle im Altiplano, dem zwischen zwei Andenketten gelegenen Hochland, meist in einer Höhe zwischen 3000 und 4000 Meter über dem Meer. Jahreszeitlich bedingt ist Regenzeit im Altiplano, mit entsprechend kühlen Temperaturen.

Die Fahrstrecke führt von Copacabana am Titicacasee nach El Alto und La Paz, weiter nach Oruro und Uyuni nach Villazon an der argentinischen Grenze.

Streckenprofil: Im Norden am Titicacasee bergig. Flach bis leicht hügelig der Mittelteil. Extrem schwierig zu fahren der hügelige bis bergige Streckenteil südlich von Uyuni auf eine Naturstraße. Fast hat es den Anschein, dass die bolivianischen Straßenbauer diesen Landstrich wegen des zerklüffteten Geländes meiden.

Das Wetterphänomen El Nino beeinflusst stark das Wetter in Bolivien. Ungewöhnlich viele und starke Niederschläge mit teilweise heftigen Gewittern erschweren das Vorwärtskommen. Wo gestern auf der Naturstraße eine trockene Furt, muss ich heute Fahrrad und Gepäck durch eine braune Brühe von reißendem Wasser schleppen.

Die Straßen sind im Überlandbereich teils in gutem und teils in schlechtem Zustand. Generell schlecht ist der Straßenzustand im innerstädtischen Bereich. Befahrbare Bankette begleiten nur einen Teil der Hauptstraßen. Dem Straßennetz ist anzusehen, dass Bolivien ein bettelarmes Land ist. An der von Uyuni nach Tupiza führenden Straße wird gebaut. Der Zustand dieser Gebirgsstraße lässt sich unter anderem an der Fahrzeit eines Autobusses nach Tupiza erahnen: 6 Stunden für 120 Kilometer.

Die Menschen? Ich halte Bolivianer weder für besonders ehrlich noch für besonders fremdenfreundlich. In einem Gewitter verliere ich auf der kaum befahrenen Strecke südlich von Uyuni zwei Gepäckstücke mit Zelt und Schlafsack. Ich finde diese Sachen nicht wieder. Nur vier Fahrzeuge haben die Stelle passiert, an der ich die Sachen verlor und ein Fahrer muss diese mitgenommen haben – ich könnte auch „gestohlen“ sagen. Ein ehrlicher Finder würde anders handeln.

Für mich ist dieser Verlust in mehrfacher Hinsicht schmerzhaft. Die verlorenen Sachen sind in dieser Qualität in Südamerika nicht vorhanden, Ersatzsachen nur zu weit überhöhten Preisen im 1000 km entfernten La Paz erhältlich.

Die Besorgung von Essbarem gestaltet sich gelegentlich schwierig. Ist ein Laden offen? Ist der Verkäufer in Verkaufslaune? Will er überhaupt etwas verksufen? Manchmal kaum eruierbar!

Beeindruckend der Titicacasee mit den Inseln de la Luna und del Sol, die Altstadt von La Paz, das Karnevalstreiben in El Alto und in den Dörfern, vor allem aber Salar de Uyuni. Einzelne Teile des Salzsees sind wegen des hohen Wassers nach starken Niederschlägen nicht zugänglich, doch in einer geführten Tour überquere ich den See, besuche mehrere Lagunas mit Flamingos und die Hochlandwüste.

Das Preisniveau ist niedrig, die Hotels und das Essen sind billig.

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