Baja California, Halbwüste und Wüste

04.10.2014 – 28.10.2014, 25 Tage, etwa 1.600 km, gesamt 16.381 km

Fahrstrecke: Durch die mexikanischen Bundesstaaten Baja California (Norte) und Baja California Sur, von Tijuana an der amerikanischen Grenze nach La Paz im Südosten der Halbinsel Baja California, im Westen Mexikos.BajaCaliforniaStreckenprofil: Hügelig an der Westküste im Norden, einige Flachstücke im zentralen Landesteil um Guerrero Negro, hügelig die Strecke zur und entlang der Ostküste, bergig von Loreto zur Westküste,  flach bei Cd. Insurgentes, hügelig bis La Paz.

Halbwüste und Wüste. Nur der nördlichste Landesteil zwischen Tijuana und Ensenada ist verhältnismäßig dicht besiedelt und gut versorgt. Wie auch der südlichste Landesteil um La Paz. Dazwischen Wüste bzw. nahezu menschenleeres Land. Mit entsprechend geringen Versorgungsstellen. Vereinzelt auf hundert Kilometer keine menschliche Behausung. Alles zusätzlich erschwert durch die Verwüstungen von Hurrikan Odile, der die Infrastruktur in mehreren Landesteilen vernichtete.

Straßen meist eng, ohne seitliche Bankette. Mehrere Streckenabschnitte gefährlich zu fahren, mögen viele mexikanische Autofahrer auch noch so freundlich sein. Drei schwere Lkw-Unfälle in drei aufeinander folgenden Tagen, übermüdete Lkw-Fahrer auf schmalen Straßen, die bei hohen Temperaturen riesige Distanzen zurücklegen.KakteenEin Regentag, sonst trocken. Ungewohnt die für eine Wüste hohe Luftfeuchtigkeit, mit einer vom Pazifik kommenden Luftströmung, besonders nächtens unangenehm feucht. Die Tropenstürme der vergangenen Wochen brachten schwere Regenfälle. Die Wüste blüht, wunderschön anzusehen. Aber Wind und Hochwässer zerstörten nicht nur Infrastruktur und Siedlungen. Sie verursachten Pfützen und Seen in der Wüste, idealer Nährboden für Moskitos und Malaria. Mit Warnungen vor Dengue-Fieber und Cholera.

Mehrere Straßenabschnitte bringen unverkennbar Nachweise, dass die Wüste lebt: Zahlreiche Skelette überfahrener Klapperschlangen, Skorpione und Taranteln, fest in den rauhen Asphalt gepresst. Doch der Regen brachte die Wüste zum Blühen, und nun tummeln sich darin Millionen von Schmetterlingen. Aber auch kleinste Fliegen, kriechen in Ohren und Nase, besonders beim Bergauffahren zum Verrückt werden. Der Wind! Manchmal aus der richtigen Richtung. Nervtötend als Gegenwind auf der Strecke zwischen Insurgentes nach Santa Rita, 80 km auf schnurgerader Strecke gegen den Wind.In_LaPaz_1Kakteen, Vulkane, Sanddünen, Oasen, palmgesäumte Meeresbuchten. Drei Reifenpannen. Manchmal ging es an das Limit. War heilfroh, unbeschadet in La Paz einzutreffen. Nahm dort die Fähre nach Mazatlan auf dem Festland. Schaffte seitdem den Anstieg in die etwa 2.000 m hoch gelegene Sierra Madre, bin im Bundesstaat Durango angekommen.LaPaz_2Habe wegen der vielen erhaltenen Warnungen meine Reisepläne geändert. Überfälle, Entführungen, Morde, Drogenkriege, im Süden bzw. Norden dieses riesigen Landes. Fahre daher Richtung Südosten, durch die zentralen Landesteile Mexikos, Richtung Merida und Cancun in Yucatan. Hoffe, dort in der 3. Novemberwoche einzutreffen.BajaWer mehr über Baja wissen will, schmökert in meinem Tagebuch.

West Coast

Von Port Angeles in Washington nach Riverside in Kalifornien

4. Etappe 2014, im zweiten Jahr meiner Radtour um die Welt.

Mit dem Fahrrad entlang der Pazifikküste der USA, mit einem Mietauto durch die Cascade Mountains in Washington und Oregon.

Von: 04.08.2014, Port Angeles, Washington State
Nach: 20.09.2014, Riverside, Kalifornien
Dauer: 48 Tage, 3.175 km mit dem Fahrrad, (weitere 3.500 km mit dem Mietauto, doch die gelten für mich nicht als „Fahrstrecke“)
Gesamt 2014: 175 Tage, 14.370 km
Staaten: Washington, Oregon, Kalifornien (USA)
Route: Fahrrad: Olympic Peninsula in Wa, Oregon Küste und ins Landesinnere nach Eugene
Mietwagen: in einem Kreis von Eugene durch Washington und Oregon
Fahrrad: Oregons und Kaliforniens Pazifikküste,  bei LA ins Landesinnere nach Riverside.

BLUEGRASS

Fahrstrecke:

Mit dem Fahrrad von Port Angeles im Norden des Bundesstaates Washington über die Olympic Halbinsel nach Astoria im Bundesstaat Oregon. Der Küste entlang nach Süden bis Reedsport, darauf ins Landesinnere nach Eugene.

Mit einem Mietauto via Seattle ins Landesinnere Washingtons in die Vulkanlandschaften der Cascade Mountains. Mt. Saint Helens in Washington, über den tiefen Einschnitt des Columbia River nach Süden in die Halbwüsten von Oregon um Crater Lake. Durch die von Buschfeuern und Waldbränden vernichteten Gebiete Nordkaliforniens zu den Redwood Nationalparks, die Küste entlang nach Norden. Über Oregons größte Stadt Portland zur größten Stadt Washingtons, Seattle, dann zurück nach Eugene.

Mit dem Fahrrad entlang Oregons und Kaliforniens Pazifikküste nach Süden, durch Redwood Forests, auf Highway 1, Amerikas beliebtestem „Radweg“. Über die Golden Gate Bridge nach San Francisco, die kalifornische Wild Coast südwärts nach Santa Barbara, Malibu und Santa Monica. Ostwärts nach Hollywood, vorbei am Zentrum von Los Angeles, durch das San Gabriels Valley nach Riverside.

Olympic_Halbinsel

Streckenprofil: Meist hügelig, mit wenigen flachen Abschnitten
Wetter:
Washington: Trocken und warm bis heiß.
Oregon: Kein Regen. An der Küste feucht und kühl. Im Landesinneren heiß.
Kalifornien: It never rains in (Southern) California. Nicht nur ein Ohrwurm der frühen 70er Jahre. Kühl und feucht an der Nordküste, ähnlich an der Wild Coast bis Santa Barbara. Doch ein Fallwind von den Santa Monica Mountains zeigt, dass es auch an der Küste sehr heiß werden kann. Östlich von LA sehr warm.

Wind: An der Küste meist aus West bis Nordwest, günstig für mich. Entspricht auch den langjährigen Erfahrungswerten. Die meisten Radfahrer fahren daher auch von Norden nach Süden, was das radfahrerfreundliche ODOT, Oregon Department of Transportation, veranlasste, die Fahrstreifen für Radfahrer in Richtung Süden besser auszubauen als in die Gegenrichtung.  GoldenGateBridgeHighlights:
Krabbenessen in Kelly’s Marina,
Oregons gut erschlossene, aber nicht überlaufene Küste,
Pow Wow und Potlatch im Indianerreservat Siletz,
Bluegrass-Festival in Olalla
Vulkane und Halbwüsten im Landesinneren von Washington und Oregon, Mt. Saint Helens, Crater Lake
Indianischer Friedhof bei Warm Springs
Whitetail-Hirsche im Ortszentrum von Vantage, Elche im Ortszentrum von Packwood, Seehunde und Seelöwen in mehreren Küstenorten, singende Wale in der Bucht von Charleston und fischjagende Wale vor Nordkaliforniens Küste, Seeelefanten an der Küste vor Cambria, unzählige Wasservögel
Avenue of the Giants, meterdicke Bäume in den Redwood Forests
San Francisco, heftige Windböen bei der abendlichen Fahrt über die Golden Gate Bridge
Zerklüfftete Wilde Küste Zentralkaliforniens
Ausgedehnte Gemüse-/Früchte-/Obstanbaugebiete in den Mündungsdeltas der Flüsse
Sanddünen in Oregon und Kalfornien,
Mondäne Badeorte Malibu und Santa Monica, nicht zuletzt natürlich Hollywood.

Mein Fahrrad und ich funktionieren problemlos. Ein Radservice in Eugene, mit dem ich nicht zufrieden bin. Ein platter Reifen am folgenden Tag, erneuere die hintere Bereifung. Entsorge den Kickständer, der in Eugene montiert wurde.Kueste_pacific

Zusammengefasst,

Highway 1, Amerikas beliebteste Radfahrstrecke entlang der Pazifikküste, ist in Teilbereichen zweifellos spektakulär. Aber nicht ungefährlich. Weil manchmal die Straße eng und ohne Seitenstreifen ist, weil einige Autofahrer ziemlich rücksichtslos agieren.

Eine wegen langer Steigungen vereinzelt mühsam zu fahrende Strecke. Doch damit haben alle Radfahrer zu kämpfen, die Richtung Süden unterwegs sind. Mehr noch jene, die gegen den Wind nach Norden fahren. Und ich treffe einige bemerkenswerte Leute. Ben, der mit einem Handkarren nach Georgia unterwegs ist. Mickey und John, die mich beknien, nicht nach Mexiko zu radeln, weil es dort zu gefährlich sei. Cara mit Gitarre und einer wunderbaren Stimme, auf dem Weg nach Los Angeles, zur Hochzeit ihrer Freundin. Kirk, der Depots wie ein Eichhörnchen entlang der Fahrstrecke anlegte. Auch unangenehme ZeitgenossInnen, wie die halbverrückte „get out of my kitchen und bedroom“ Diana im Hiker- und Bikercamp in Little River.

Seit Los Angeles folge ich etwa der Historic Route 66. Und der Strecke, die Tom McNab in „Trans America“ beschreibt. Als Vorlage zu diesem Roman dient ein im Jahr 1931 abgehaltener Langstreckenlauf, der von LA nach New York führte. Durch Wüsten, über die Rocky Mountains, durch endlose Prairien. Doch McNab und seine Akteure würden zumindest die Strecke zwischen Los Angeles und San Bernardino nicht wiedererkennen. Asphalt statt Staub, Highways statt einsamer Landstraße, endlose Häuserreihen statt vereinzelter Büsche: In weniger als hundert Jahren hat sich eine Landschaft völlig verändert. Nur die im Norden aufragenden San Gabriel Mountains blieben unverändert kahl und vegetationslos.

Ich miete ein Auto und werde das nächste Teilstück – Nationalparks, Backcountry, Geisterstädte, in Kalifornien, Nevada und Utah – motorisiert bereisen.

Details/Tagebuch: Siehe Tour/Tourenbuch 2014.

North to Alaska, South to Vancouver Island

Von Prince Rupert nach Victoria in Kanada, via Alaska und dem Yukon.

3. Etappe 2014.

Durch den Nordwesten Nordamerikas. Im zweiten Jahr meiner Radtour um die Welt.

Start: 10.07.2014, Prince Rupert, British Columbia, Kanada
Ankunft: 03.08.2014, Victoria, Vancouver Island, British Columbia, Kanada
Dauer: 24 Tage, etwa 2.100 km
Gesamt 2014: 127 Tage, 11.195 km
Staaten: Alaska (USA), Yukon Territory (Canada), British Columbia (Canada)
Route: Prince Rupert nach Skagway (Fähre) – Carcross – Watson Lake – Kitwanga – Prince Rupert nach Port Hardy (Fähre) – VictoriaAlaska_01

Fahrstrecke: Mit Fähren auf der Inside Passage von Prince Rupert in Kanada nach Skagway in Alaska.
Über den White Pass nach Carcross, in einem Short-cut nach Jakes Corner am Alaska Highway.
Auf dem Alaska Highway nach Watson Lake und zurück zur Hwy 37 Junction.
Auf dem Cassiar Highway nach Süden zum Highway 16, via Terrace nach Prince Rupert.
Mit dem Fährschiff Northern Expedition nach Port Hardy auf Vancouver Island.
Von Port Hardy im Norden der Insel nach Victoria an der Südspitze von Vancouver Island.
Mit der Fähre nach Port Angeles an der Nordküste von Olympic Peninsula in Washington, USA.
Streckenprofil: Steiler Anstieg von Skagway zum White Pass, darauf leicht bergab, über die kanadische Grenze nach Carcross.Alaska_02

Hügelig durch ausgedehnte Wälder von Carcross nach Jakes Corner, wie auch am Alaska Highway bis Watson Lake.

Herausfordernd der Cassiar Highway besonders wegen der weit auseinander liegenden Versorgungsstellen. Die Strecke vorerst hügelig, dann entlang der Cassiar Mountains führend. Grandioses Panorama, einzelne Straßenstücke entlang Flüssen wechseln mit sehr kupierten Abschnitten.

Die Straße von Kitwanga nach Westen bin ich bereits vor einigen Wochen gefahren, entlang der Mündung des Fraser River in den Pazifik und über die Hügel nach Prince Rupert.

Vancouver Island, verkehrsarm und hügelig im Norden, verkehrsreich und gleichfalls hügelig im Süden

Wetter: Alaska-Küstenwetter, also Regen an der Küste.
Nördlich von White Pass und am Alaska Hwy: trocken, Tagestemperaturen bis 20ºC.
Cassiar Highway: Abwechselnd Regen und Sonnenschein, letzterer dominiert.
Regen am Highway 16, unmittelbar vor Prince Rupert.
Vancouver Island: trocken und Temperaturen um 20 bis 25ºC.Alaska_03

Meine Windprognose war richtig. Ich hatte vorwiegend Winde aus Nordwesten erwartet und war mit Fährschiffen auf der Inside Passage nach Norden gefahren. Ab Skagway hatte ich meist leichten Rückenwind, über den White Pass, am Alaska Hwy und am Cassiar Hwy. Auf Hwy 16 und auf Vancouver Island kam dann der Wind auch mal von vorne.

Highlights: Inside Passage, auf Fährschiffen durch die Inselwelt Kanadas und Alaskas am Pazifik.
Auke Bay, Poets- and Poems-Wettbewerb mit Picknick in einem Shelter am Strand nahe Juneau.
Skagway, kleiner Ort an einem Fjordende, Ausgangspunkt des Klondike Trails
Carcross, erste Begegnungen mit First Nation People
Alaska Highway, endlose Weiten des Yukon
Tierwelt des Nordens: Grizzleybär in der Rancheria, Schwarzbären am Straßenrand, Moose und Elche, Biber und zahllose Wasservögel.
Spektakulärer Cassiar Highway, kann dem hochgelobten Icefield Parkway durchaus das Wasser reichen, einsam, wenig befahren, eine echte Herausforderung für den Radfahrer und Treffpunkt der Radfernfahrer
Iskut, Sacred Headwaters Music Festival und Treffen der lokalen FNP.
Vancouver Island, mit der sich von Norden nach Süden verändernden Vegetation
Bluegrass Music Festival in Coombs

Mein Fahrrad und ich: Das Fahrrad läuft problemlos. Ich habe einen einzigen wirklich schlechten Tag am Beginn des Cassiar Highways, fahre orientierungslos und wie weggetreten. Ist wohl der Schlafmangel und die unzureichende Ernährung. Eigentlich hätte es mir in der Folge noch schlechter gehen müssen, auf überdurchschnittlich langen Etappen und bis zu 14 Stunden auf dem Fahrrad. War zum Glück nicht so.Alaska_04

Kurz gesagt: Ich war in Alaska, wenngleich nur im „panhandle“, dem südlichsten Zipfel. Ich fuhr den Alaska Highway, wenngleich nur ein Teilstück, landschaftlich nur von den Ausmaßen beeindruckend. Doch dann fuhr ich Cassiar Highway, uber 700 km, durch weitgehend unberührtes und unversorgtes Land. Eine großartige Landschaft, auf einer wenig befahrenen Strecke, nicht weniger spektakulär und viel schwieriger zu fahren als der hoch gepriesene Icefield Parkway im Jasper Nationalpark. Etwas enttäuschend die Strecke zwischen Port Hardy und Victoria auf der von vielen Radfahrern hochgelobten Vancouver Island Route. Kanada liegt hinter mir. Auf zur US-Westküste!

Details/Tagebuch: Siehe Tour/Tourenbuch 2014.

Die „wahren“ Rockies und der Highway of Tears

3. Etappe 2014. Coeur d’Alene nach Prince Rupert

Durch den Westen Kanadas. Zweites Jahr, dritter Teil 2014 meiner Radtour um die Welt.

Start: 16.06.2014 in Coeur d’Alene, Idaho, USA
Ankunft: 09.07.2014 in Prince Rupert, British Columbia, Kanada
Dauer: 25 Tage, etwa 2.000 km
Gesamt 2014: 102 Tage, 9.000 km
Staaten: Idaho (USA), Alberta und British Columbia (Kanada)
Route: Coeur d’Alene – Eastport/Kingsbridge – Cranbrook – Lake Louise – Jasper – Prince George – Prince RupertNews_20140711_01

Fahrstrecke: Hügelig im Norden Idahos von Coeur D’Alene bis zur amerikanisch/kanadischen Grenzstation Eastport/Kingsbridge.

Flusstäler und Seen im Süden British Columbias (B.C.), hügelig von Cranbrook bis Radium Hot Springs.

Ab Radium fahre ich durch das Herz der kanadischen Rocky Mountains mit Kootenay National Park und Vermillon Pass nach Alberta in das Tal des Bow River. Nordwärts durch den Banff National Park und Jasper National Park auf dem Icefield Parkway nach Jasper.

Über die Great Divide am Yellowhead Pass nach B.C., auf dem Yellowhead Hwy westwärts durch hügeliges und stark bewaldetes Gebiet nach Prince George.

Seen, Wälder und Hügel prägen das Gebiet der Coastal Mountains auf dem Weg über Terrace nach Prince Rupert, das letzte Teilstück durch fjordähnliches Gebiet.

In Prince Rupert nehme ich die Fähre nach Alaska.

Highlights: Kootenay National Park, Steinböcke und Bären.

Vermillon Junction: Nach Blitzschlag 2001 abgebrannte Wälder.

Icefield Parkway zwischen Lake Louise und Jasper: Gletscher, Schneefelder, Wasserfälle, Seen, Canyons, hohe Berge, urige Hostels, eine wahrhaft sehenswerte Landschaft inmitten der Rocky Mountains.

Mount Robson: Weltnaturerbe, steinerner Gigant am Yellowhead Highway.

Yellowhead Hwy, Highway of Tears, extrem einsame Strecke bis Prince George, durch dicht bewaldete Bergflanken der Rocky und Cariboo Mountains, tiefe Schluchten, dunkle Tümpel.

Ancient Forest, der einzige im Inland Kanadas gelegene Regenwald.

Seen, Sümpfe, Wald, Weiden; Elche, Hirsche, Bären, Bieber. Einsame Zeltplätze, einsame Strecken. Doch immer wieder treffe ich andere Radfahrer.News_20140711_02

Wetter: Gemischt. Regen, Sonnenschein, Regen, aber keine Unwetter.

Temperaturen der Jahreszeit und der geografischen Lage angemessen, nie sehr kalt und nie sehr heiß.

Fahre durch mehrere Schlechtwetterfronten. In Küstennähe machen sich pazifische Tiefdruckgebiete durch viele Wolken und fallweise Regenschauer bemerkbar.

Verkehrsverhältnisse: Wegen der dünn besiedelten Landschaft meist nur wenig Verkehr. Viele Fahrzeuge nur auf dem bei Touristen sehr beliebten Icefield Parkway. Dort auf etwa 30 km ein sehr holpriger Seitenstreifen, mühsam mit dem Fahrrad zu fahren. Für eine transkontinentale Straße ist das Verkehrsaufkommen auf Hwy 16 sehr gering, das Radfahren wegen der asfaltierten Seitenstreifen sicher.

Fahrrad: Seil der Gangschaltung reißt bei Burns Lake und wird binnen kürzester Zeit ersetzt.

Hinterradreifen in Prince Rupert erneuert, weil bis zur Karkasse abgefahren.News_20140711_03

Facit: Der Icefield Parkway entschädigte für alle Mühen mit grandiosem Panorama. Mühsamer zu fahren war, weil hügelig und eintönig, die nahezu unbewohnte Gegend zwischen McBride und Prince George. Vereinzelt Wildtiere, hätte allerdings mehr erwartet. Von den wenigen, als Ausgangspunkt für Alaska zur Verfügung stehenden Moglichkeiten wähle ich Prince Rupert. Die Fähre nsch Alaska wird mir die dringend notwendige Ruhepause verschaffen.

Details/Tagebuch: Siehe Tour/Tourenbuch 2014.

Familientreffen

Eine Rundreise im Nordwesten der USA

Wir haben uns vor meiner Abreise aus Österreich ganz allgemein über ein mögliches Treffen im Westen Amerikas unterhalten, doch ernsthaft habe ich daran nicht geglaubt. Überraschend kam daher die Nachricht von Ursula, dass sie am 5. Juni mit Alex und Aniela am Flughafen in Seattle landen wird. Wir vereinbaren als Treffpunkt Coeur d’Alen im Norden Idahos.

Mein Anfahrtsweg ist kürzer, ich erreiche CdA mit einer halbtägigen Verzögerung. Ursulas Anreise dauert länger. Umbuchungen, Flugverspätungen und verlorene Koffer ergeben eine fast dreitägige Verspätung. Zwischenzeitig übergebe ich das Fahrrad zum dringend notwendigen Service einem Fachgeschäft, in dem Suzy beschäftigt ist. Die einzige Person, die ich kenne, die längere Zeit in der Antarktis gearbeitet hat.

Meine Enkeltochter Aniela ist völlig aus dem Häuschen. Endlich hat sie ihren liebsten Opa wieder. Natürlich ist sie ein verwöhnter, besitzergreifender und herrschsüchtiger Fratz, gleichzeitig lieb, anhänglich und treu. Sie erlernt auf der Rundfahrt einige englische Ausdrücke, wir spielen ihre Lieblingsspiele, sie schläft von der ersten bis zur letzten Nacht in meinem Zimmer.

Geplant ist eine etwa zehntägige Rundfahrt. Ich will Hells Canyon besuchen, Alex zumindest zwei landwitschaftliche Betriebe, Ursula Geisterstädte und Nationalparks. Aniela will spielen, am liebsten im Sand an einem schlammigen Strand.

Ursula fährt. Durch Idaho, Wyoming und Montana zurück nach Idaho, mit einem kurzen Abstecher nach Lethbridge in Kanada. Teils auf der Strecke, die ich vor wenigen Wochen mit dem Fahrrad fuhr.

Gutes Wetter, mit zwei sehr windigen Tagen und einem regnerischen Nachmittag. Einige sehr lange Tage, weil große Entfernungen zu überwinden sind. Die Quartiersuche ist vereinzelt mühsam, besonders nahe Yellowstone Nationalpark.

Beeindruckt war ich von der Bootstour auf dem Snake River in den Hells Canyon und dem Yellowstone Nationalpark. Aber auch von einer der größten Milchfarmen Idahos.

Einzelne Missgeschicke sorgten unterwegs für helle Aufregung, doch alles löste sich in Wohlgefallen auf. Und nach unserer Rückkehr nach Coeurt D’Alene war das Fahrrad serviciert und abfahrbereit, Richtung Kanada und Alaska.Familientreffen

Rocky Mountains High

2. Etappe 2014

2014, zweiter Teil der 2. Jahresetappe meiner Weltumradlung, Westen der USA.

Start: 13.05.2014 in Salt Lake City, Utah, USA
Ankunft: 06.06.2014 in Coeur d’Alene, Idaho, USA
Dauer: 25 Tage, 2.246 km
Gesamt 2014: 77 Tage, 7.080 km
Staaten: Utah, Wyoming, Montana, Idaho
Route: Salt Lake City, Ut – Pocatello, Id – Soda Springs, Id, – Jackson, Wy – Yellowstone NP – Bozeman, Mt – Helena, Mt – Glacier NP – Kalispell, Mt – Coeur d’Alene, Id

Fahrstrecke: Entlang bzw. durch die Rocky Mountains, somit überwiegend hügelig bzw. gebirgig. Flach lediglich in Flusstälern oder entlang einzelner Seen. Von Salt Lake City nach Norden. Hügelig im Süden Idahos um Pocatello. Verfehle in Fort Hall den Oregon Trail und fahre auf der Suche nach der Geisterstadt Chesterfield eine einsame und nahezu verkehrslose Schotterstraße Richtung Südosten. Durch den Snake River Canyon nach Jackson in Wyoming, entlang der Teton Mountains und durch den Yellowstone Nationalpark nach Norden. Quere mehrmals die Great Divide, die Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik. Wechsle unmittelbar vor der Grenze zu Kanada die Fahrtrichtung, fahre durch das Reservat der Blackfoot Indianer zum Glacier Nationalpark. Auf einer aufgelassenen Bahnlinie Richtung Hiawatha Trail und über den Lookout Pass zurück nach Idaho, dann auf dem Coeur d’Alene Trail bzw. auf der Interstate nach Coeur d’Alene, dem Hauptort im Norden des „Kartoffelstaates“ Idaho.

Wetter: Gemischt. Temperaturen tagsüber angenehm, nachts im Gebirge fallweise unangenehm, um den Gefrierpunkt. Die Wetterlage nicht stabil, besonders in Hochgebirge rasch wechselnd zwischen Sonnenschein und Regenschauern mit Gewittern. Werde im baumlosen Hochland von Idaho von einem Hagelsturm überrascht, von Gewitterfronten in Wyoming bergauf zum Yellowstone Nationalpark getrieben, und auch in Montana von einem schweren Gewitter mit Hagel nicht verschont.Salzstufen
Fahren auf Interstates, ein eigenes Kapitel. In Utah in der Regel verboten. Wurde also von der Highway Patrol höflich von der Interstate 15 auf die parallel führende Frontage Road verwiesen. Hingegen ist das Radfahren auf den Interstates in Idaho und Montana erlaubt, wenngleich wegen des hohen Lärmpegels nicht immer angenehm.
Radwege? Patchwork! Beispiel Hiawatha Trail, ein von vielen amerikanischen Radfahrern hochgelobter Trail. Die Strecke auf der aufgelassenen Bahntrasse ist beeindruckend, unberührtes bergiges Land, Brücken, Tunnels. Privat initiert, Erhaltung mit Spendengeldern und einer Benützungsgebühr. Das mangelnde öffentliche Interesse ist ebenso evident wie der Geldmangel, die Tunnels sind unbeleuchtet und schlammig, die meilenlange Zufahrt von Saint Regis auf Montana-Gebiet mit schlechten Wegen, nicht gekennzeichneten Sperren wegen Erdrutschen und dgl. eine regelrechte Zumutung. Völlig gegenteilig der Coeur d’Alene Trail. Auch hier die Initiative vorwiegend privat, allerdings wurden hier die ehemaligen Betreiber von Bahn und Bergbau im Umbau von aufgelassener Bahnstrecke zu einem wunderschönen Radweg mit eingebunden.

Highlights? Zahlreich und unterschiedlich. Indianerreservationen, Snake und Missouri River, mehrere Nationalparks wie Grand Teton, Yellowstone, Glacier, zahlreiche Seen. Ein Wolf auf der Jagd im Yellowstone NP, mächtige Bisons, Elche, Hirsche, Antilopen, Erdhörnchen und Schlangen. Hohe Gebirgszüge, Gletscher, Schnee, die Wunderwelt der Geysire und Vulkanfelder in Yellowstone. Geysir_03
Keine ernsten Probleme mit dem Fahrrad, doch nach 7.000 km benötigt es ein Service. Da kommt der Stopp in Coeur d’Alene gelegen. Hier wird es fachmännisch serviciert, während ich zu einer Rundreise mit Tochter und Enkelin in einem Mietauto aufbreche.

Ich habe mich weit von der geplanten, direkt nach Calgary in Kanada führenden Strecke entfernt. Und habe dabei die landschaftlich eintönige Hügellandschaft Nordmontanas gegen die weitaus interessantere Landschaft des Glacier Nationalparks und des Panhandles von Nordidaho eingetauscht. Wobei ich mit dem Tausch durchaus zufrieden bin.

Ein Loop im Südwesten: Wind, Berge und Wüsten

2014, erster Teil der 2. Jahresetappe meiner Weltumradlung, im Südwesten der USA.

Start: 21.03.2014 in New Orleans, Louisiana, USA
Ankunft: 11.05.2014 in Salt Lake City, Utah, USA
Dauer: 52 Tage, 4.834 km
Staaten: Louisiana, Texas, New Mexico, Colorado, Utah, Arizona, Nevada
Route: New Orleans – Baton Rouge – Rayne – Houston – Austin – Abilene – Lovington – Roswell – Santa Fe – Pagosa Springs – Durango – Bluff – Page – Saint George – Las Vegas – Furnace Creek – Beatty – Tonopah – Ely – Wendover – Salt Lake City.

Erster_Teil_der_EtappeFahrstrecke: Vom Flachland in die Berge, aus den Bergen in die Wüsten. Entlang dem Mississippi River, durch die Sümpfe Louisianas, durch die nach Tornados und Hochwasser weitgehend verlassenen Gebiete an der Grenze zu Texas. Vorbei an der Millionenstadt Houston in die texanische Hauptstadt Austin. Gegen den Wind nach Abilene und in einem Staubsturm über die Grenze nach New Mexico. Nach ausgedehnten Ölfeldern die endlosen Halbwüsten zwischen Roswell und Santa Fe. Weiche den ständigen Gegenwinden aus und lande in den südlichen Rocky Mountains. Fantastische Felsformationen im nördlichen New Mexico und Arizona sowie im Süden von Colorado und Utah. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, zahlreiche Filme wurden hier gedreht. Besonders eindrucksvoll bei Sonnenauf- bzw. -untergang das Monument Valley und das Valley of the Gods. Von Las Vegas durch das Death Valley hinauf zu den endlosen Hochtälern und Gebirgsketten Nevadas. Richtung Osten durch die Great Salt Lake Wüste nach Salt Lake City.

Wetter: Meist trocken. Temperaturen von frühsommerlich warm am Golf von Mexiko bzw. heiß im Death Valley über frühlingshaft gemäßigt bis kalt in den Hochlagen von Colordo, Utah und Nevada. Mehrmals Wetterumschwünge und Temperaturstürze mit nächtlichen Schneefällen, nicht selten Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt. Jahreszeitlich bedingt heftige Winde aus Südwesten, die Staubstürme verursachten, und aus Norden, mit Regen und tiefen Temperaturen. Ich durchquerte den Tornado Belt im Nordosten von Texas und die High Wind Area im Westen Utahs, doch die Versuche, den Winden auszuweichen, waren vergeblich.

Fast unmerklich war der Anstieg aus den Ebenen von Texas und New Mexico in die südlichen Rocky Mountains, mit Pässen um 2.700 Meter. Schwieriger zu bewältigen waren die Ausfahrten aus dem Death Valley und die zahlreichen Übergänge in den Bergen Nevadas. Besonders gewöhnungsbedürftig mehrere kaum befahrene Strecken ohne Versorgungsstellen in New Mexico, Nevada und Utah, weil wegen zu erwartender hoher Temperaturen viel Wasser mitgeführt werden muss.

Zahlreiche Highlights im Bereich der Landschaften, aber auch im Tierreich. Alligatoren und zahllose Wasservögel in den Sümpfen Louisianas, zahlreiche Hirsche in den südlichen Rockies, vereinzelt ein Kojote oder ein Klapperschlange, zahlreiche auf den Straßen überfahrene nachtaktive Tiere.Rind_mit_RiesenhoernernNicht zu vergessen die Menschen, denen ich begegnete, seien es Radfahrer, seien es Touristen oder Einheimische, mit denen ich nun zumindest über Facebook befreundet bin. Stellvertretend für alle erwähne ich Korry, den Bildhauer, den ich nach Bluff in Salt Lake City zum Essen im In-Lokal Red Iguana traf, weiters Shelley, die mir Las Vegas zeigte, oder Megy, der mir im Death Valley mit Wasser aushalf.

Radmäßig beschränkten sich die Probleme auf die Bereifung des Hinterrads. Naturgemäß überdurchschnittlich belastet, tauschte ich Mantel und Schlauch (in China erzeugt, in Amerika weitverbreitet) gegen qualitativ höherwertige deutsche Produkte.

Zugegeben, ich habe mit der Fertigstellung obiger News getrödelt, weil ich einfach mit dem Rad vorwärts kommen wollte. Was mir auch gelungen ist, denn Salt Lake City liegt mehr als 1.000 km hinter mir. Vielleicht gelingt es mir, künftig die News aktueller zu gestalten.

Zweites Jahr, zweite Etappe

14.000 km in 6 Monaten radelte ich 2013. Durch Mittel-, Süd- und Westeuropa, durch den Osten Nordamerikas, bis New Orleans am Golf von Mexiko. Mörderische italienische Hitze, heiße tunesische Winde, historisch bedeutende Strecken in Frankreich, enge englische Straßen, irisches Schmuddelwetter, Regenfronten in Kanada und arktische Kältewellen im Osten der USA liegen hinter mir.

Nun starte ich in New Orleans zur zweiten Etappe meiner Radtour um die Welt. Von Louisiana durch den Südwesten der USA nach Kalifornien. Nach Las Vegas, nicht um zu gambeln. Nach Salt Lake City zu den Mormonen, nach dem Bible Belt im Süden. Nach Kanada zu Wölfen und Bären, vielleicht durch die Rocky Mountains nach Vancouver auf einer aufgelassenen Bahnlinie. Auf dem Alaska Highway nach Norden, von Alaska nach Süden entlang der Küste des pazifischen Ozeans. Durch Kanada und die USA nach Mexiko. Dann sollen all die mittelamerikanischen Staaten folgen, die ich nur vom Hörensagen kenne. Das für 2014 gesetzte Ziel Panama sollte bis Dezember zu schaffen sein.

Was wird die heurige Teiletappe bringen? Endlose texanische Weiten mit Austin als Zentrum der Countrymusik Südwest? New Mexiko und Arizona, Indianerreservate, Wüsten, farbenfrohe Landschaften?   Transamerika Trail von San Bernardino nach Las Vegas? Trockene Rocky Mountains Täler, Naturparks, Grand Canyon, Monument Valley? Hohe Berge, endlose Strecken, hunderte Kilometer in der Wildnis ohne Versorgungsstellen? Wilde Tiere? Werde ich ähnlich interessante Menschen wie im Vorjahr treffen? Werde ich den als gefährlich eingestuften Teil Nordmexikos schaffen, werde ich Spanisch lernen?

What does it matter, who cares? Wozu meinen Kopf zerbrechen über künftige Dinge, die ich nicht oder nur mariginal beeinflussen kann? Abgerechnet und Bilanz gezogen wird am Ende des Jahres 2014. Bis dahin ist es ein weiter Weg, etwa 16 bis 20.000 km. Und eine nicht ganz so lange Zeit, etwa 9 Monate. Also rauf aufs Rad und ab in den Wilden Westen! Doch zuvor noch eine kurze Runde durch New Orleans!